Bitcoin

Bitcoin ist ein dezentrales digitales Netzwerk und ein digitaler Vermögenswert, der ohne zentrale Bank oder zentrale Ausgabestelle funktioniert. Transaktionen werden über ein weltweites Netzwerk verarbeitet und in einer öffentlichen Blockchain dokumentiert.

Was ist Bitcoin?

Bitcoin wurde als digitales Peer-to-Peer-Zahlungssystem entwickelt. Ziel war es, digitale Zahlungen direkt zwischen Teilnehmern zu ermöglichen, ohne dass dafür eine zentrale Stelle jede Transaktion freigeben muss.

Bitcoin besteht dabei nicht nur aus einer digitalen Währung. Dahinter steht ein technisches Netzwerk mit eigenen Regeln für Transaktionen, Konsens und die Erzeugung neuer Einheiten.

Dezentral

Bitcoin wird nicht von einer einzelnen Bank oder staatlichen Stelle betrieben. Das Netzwerk wird von vielen unabhängigen Teilnehmern gemeinsam aufrechterhalten.

Öffentliche Blockchain

Die Bitcoin-Blockchain enthält die bestätigten Transaktionen und kann grundsätzlich von jedem eingesehen und überprüft werden.

Begrenztes Angebot

Das Protokoll sieht eine maximale Menge von 21 Millionen Bitcoin vor. Neue Bitcoin werden nach einem festgelegten Ausgabeschema erzeugt.

Open Source

Die Software hinter Bitcoin ist öffentlich einsehbar. Die Regeln des Netzwerks werden durch das Zusammenspiel von Software, Teilnehmern und Konsensmechanismen durchgesetzt.

Die Entstehung von Bitcoin

Im Jahr 2008 wurde das Bitcoin-Konzept im Whitepaper „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ veröffentlicht. Das Netzwerk selbst ging 2009 an den Start.

Das grundlegende Konzept: Zahlungen sollten direkt zwischen Teilnehmern möglich sein, während die Blockchain und ein kryptografisch abgesicherter Konsensmechanismus das Vertrauen in die Transaktionshistorie schaffen.

Wichtig: Bitcoin und Blockchain sind nicht dasselbe. Bitcoin ist ein konkretes Netzwerk und der darin verwendete Kryptowert. Die Blockchain ist das öffentliche Register, in dem die Bitcoin-Transaktionen chronologisch festgehalten werden.

Wie funktioniert die Bitcoin-Blockchain?

Bitcoin-Transaktionen werden innerhalb des Netzwerks verteilt. Miner bündeln gültige Transaktionen in Blöcken und versuchen, einen gültigen Nachweis der geleisteten Rechenarbeit zu finden.

Jeder Block verweist auf seinen Vorgänger. Dadurch entsteht eine chronologische Kette von Blöcken.

Bestandteil Funktion
Transaktionen Beschreiben, welche Bitcoin zwischen Adressen übertragen werden.
Block Bündelt Transaktionen und weitere technische Daten zu einer Einheit der Blockchain.
Blockchain Verknüpft die Blöcke chronologisch und bildet damit die gemeinsame Transaktionshistorie des Netzwerks.
Konsens Sorgt dafür, dass die Teilnehmer des Netzwerks dieselben Regeln für gültige Blöcke und Transaktionen anwenden.

Mining und Proof of Work

Bitcoin verwendet den Konsensmechanismus Proof of Work. Miner sammeln gültige Transaktionen in Blöcken und suchen nach einer Lösung, die den Netzwerkregeln entspricht.

Dafür werden große Mengen an Rechenoperationen durchgeführt. Der Schwierigkeitsgrad wird vom Netzwerk automatisch angepasst, damit im Durchschnitt ungefähr alle zehn Minuten ein neuer Block entsteht.

Mining bedeutet daher nicht nur „neue Bitcoin erzeugen“. Die Rechenarbeit trägt auch dazu bei, Transaktionen zu bestätigen und das Netzwerk gegen Manipulationen abzusichern.

Miner erhalten für ihre Arbeit eine Vergütung aus dem Blocksubsidy und den Transaktionsgebühren. Durch die regelmäßigen Halbierungen sinkt die neu ausgegebene Bitcoin-Menge im Laufe der Zeit.

21 Millionen Bitcoin und das Halving

Das Bitcoin-Protokoll begrenzt die maximale Anzahl auf 21 Millionen Bitcoin. Neue Einheiten werden nicht beliebig erzeugt, sondern nach einem festgelegten Zeitplan in Umlauf gebracht.

Etwa alle 210.000 Blöcke – also grob alle vier Jahre – wird die Anzahl der neu erzeugten Bitcoin pro Block halbiert. Dieses Ereignis wird als Halving bezeichnet.

Halving Jahr Neue Bitcoin pro Block
Start 2009 50 BTC
1. Halving 2012 25 BTC
2. Halving 2016 12,5 BTC
3. Halving 2020 6,25 BTC
4. Halving 2024 3,125 BTC

Der Zeitpunkt zukünftiger Halvings lässt sich nicht auf einen bestimmten Kalendertag festlegen, weil die Ereignisse an eine bestimmte Blockhöhe gekoppelt sind.

Was befindet sich in einer Bitcoin-Wallet?

Eine Bitcoin-Wallet speichert nicht die Bitcoin selbst wie ein klassisches Bankkonto. Sie verwaltet vielmehr die kryptografischen Schlüssel, mit denen der Nutzer über seine Bitcoin verfügen kann.

Private Key

Der private Schlüssel ermöglicht die kryptografische Autorisierung von Transaktionen. Wer ihn kontrolliert, kann über die damit verbundenen Bitcoin verfügen.

Public Key

Der öffentliche Schlüssel steht mit dem privaten Schlüssel in mathematischer Beziehung und bildet die Grundlage für Adressen und die Prüfung von Signaturen.

Bitcoin-Adresse

Eine Adresse ist vereinfacht gesagt das Ziel, an das Bitcoin gesendet werden können.

Seed Phrase

Bei vielen Wallets dient eine Wiederherstellungsphrase als Grundlage für die Wiederherstellung der Wallet und ihrer Schlüssel.

Sicherheit: Wer seine privaten Schlüssel oder Wiederherstellungsdaten verliert, kann den Zugriff auf seine Bitcoin verlieren. Werden diese Daten an Dritte weitergegeben, kann auch die Kontrolle über die Bitcoin verloren gehen.

Bitcoin kaufen und übertragen

Bitcoin kann unter anderem über Kryptobörsen, Broker oder andere Anbieter erworben werden. Nach dem Kauf gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Verwahrungsmodelle.

Verwahrung beim Anbieter

Der Anbieter verwaltet die technischen Schlüssel. Das kann den Einstieg erleichtern, bedeutet aber gleichzeitig eine Abhängigkeit vom jeweiligen Dienstleister.

Eigene Wallet

Der Nutzer verwaltet die Schlüssel selbst. Dadurch entsteht mehr direkte Kontrolle, gleichzeitig aber auch mehr Eigenverantwortung für Backup und Sicherheit.

Bei einer Bitcoin-Übertragung werden unter anderem Empfängeradresse, Betrag und eine kryptografische Signatur verarbeitet. Das Netzwerk prüft die Transaktion und nimmt sie bei Gültigkeit in die Blockchain auf.

Wichtig bei einer Übertragung:
Bitcoin-Transaktionen sind grundsätzlich nicht wie eine klassische Banküberweisung rückbuchbar. Eine falsch eingegebene Adresse oder ein Betrug kann deshalb zum Verlust der übertragenen Bitcoin führen.

Warum hat Bitcoin einen Wert?

Bitcoin besitzt keinen Anspruch auf einen Unternehmensanteil und zahlt keine klassischen Zinsen oder Dividenden. Sein Marktpreis entsteht durch Angebot und Nachfrage.

Zu den Eigenschaften, die bei der Bewertung von Bitcoin eine Rolle spielen können, zählen unter anderem die begrenzte Gesamtmenge, die weltweite Übertragbarkeit, die Teilbarkeit und die Möglichkeit, Transaktionen ohne eine zentrale Abwicklungsstelle durchzuführen.

Diese Eigenschaften garantieren keinen bestimmten Preis. Der Marktwert von Bitcoin kann erheblich schwanken und wird laufend durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Bitcoin als Zahlungsmittel und als Anlage

Das ursprüngliche Bitcoin-Konzept wurde als elektronisches Peer-to-Peer-Zahlungssystem entwickelt. Bitcoin kann grundsätzlich zum Senden und Empfangen von Zahlungen genutzt werden.

Gleichzeitig wird Bitcoin heute von vielen Marktteilnehmern auch als Anlage beziehungsweise als digitaler Vermögenswert betrachtet. Diese beiden Perspektiven sollte man voneinander unterscheiden.

Zahlungsmittel

Bitcoin ermöglicht direkte Transfers zwischen Teilnehmern, ohne dass eine klassische zentrale Zahlungsstelle die Transaktion zwingend abwickeln muss.

Digitaler Vermögenswert

Anleger können Bitcoin kaufen und halten. Anders als bei Aktien entsteht dadurch jedoch kein Eigentumsrecht an einem Unternehmen und kein Anspruch auf eine Dividende.

Welche Risiken hat Bitcoin?

Hohe Kursschwankungen

Der Bitcoin-Kurs kann innerhalb kurzer Zeit erheblich steigen oder fallen. Dadurch besteht ein entsprechend hohes Verlustrisiko.

Verwahrungsrisiko

Wer private Schlüssel oder Wiederherstellungsdaten verliert, kann den Zugriff auf seine Bitcoin verlieren.

Betrug und Phishing

Gefälschte Webseiten, Wallets, Nachrichten und Handelsplattformen können dazu führen, dass Zugangsdaten oder Bitcoin verloren gehen.

Technische Risiken

Bitcoin basiert auf Software, Kryptografie, Netzwerktechnik und einem komplexen Konsensmechanismus. Fehler oder Sicherheitsprobleme können erhebliche Auswirkungen haben.

Regulatorische Risiken

Die Regulierung von Kryptowerten und Kryptodienstleistern entwickelt sich fortlaufend weiter.

Energieverbrauch

Proof of Work benötigt erhebliche Rechenleistung und damit Energie. Der Energieverbrauch des Bitcoin-Netzwerks ist deshalb regelmäßig Gegenstand wirtschaftlicher und umweltpolitischer Diskussionen.

Ist Bitcoin anonym?

Bitcoin ist nicht vollständig anonym. Transaktionen werden auf einer öffentlichen Blockchain gespeichert und können dort grundsätzlich nachvollzogen werden.

Bitcoin-Adressen enthalten zunächst keinen direkten Klarnamen. Sobald eine Adresse allerdings mit einer Person oder Identität verknüpft werden kann, lassen sich die zugehörigen Transaktionen unter Umständen ebenfalls zuordnen.

Deshalb wird Bitcoin häufig als pseudonym und nicht als vollständig anonym beschrieben.

Bitcoin und Regulierung in Deutschland

Bitcoin ist in Deutschland kein gesetzliches Zahlungsmittel wie der Euro. Er stellt auch keinen Anspruch gegenüber einem Staat oder einer Zentralbank dar.

Innerhalb des europäischen Regulierungsrahmens werden Kryptowerte und Kryptodienstleister durch entsprechende aufsichtsrechtliche Vorgaben geregelt. Die Regulierung von Anbietern bedeutet jedoch nicht, dass der Wert von Bitcoin staatlich garantiert wäre.

Bitcoin und Steuern

Bei Bitcoin im Privatvermögen gelten andere steuerliche Regeln als bei klassischen Aktien. Gewinne aus bestimmten privaten Veräußerungsgeschäften können insbesondere dann relevant sein, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr liegt.

Auch ein Tausch von Bitcoin gegen eine andere Kryptowährung kann steuerlich als Veräußerung betrachtet werden.

Die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen ist umfangreicher als die kurze Übersicht hier. Die ausführlichen Grundlagen, Beispiele und Regeln haben wir auf unserer Wissensseite Steuern bei Geldanlage zusammengefasst.

Häufige Fragen

Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist ein dezentrales digitales Netzwerk und der darin verwendete Kryptowert. Transaktionen werden über ein weltweites Netzwerk verarbeitet und in einer öffentlichen Blockchain dokumentiert.

Wie viele Bitcoin gibt es?

Das Bitcoin-Protokoll sieht eine maximale Gesamtmenge von 21 Millionen Bitcoin vor.

Was ist das Bitcoin-Halving?

Beim Halving wird die Anzahl der neu erzeugten Bitcoin pro Block halbiert. Das geschieht etwa alle 210.000 Blöcke.

Was ist Bitcoin-Mining?

Mining bezeichnet den Prozess, bei dem Miner Transaktionen verarbeiten, neue Blöcke erzeugen und das Netzwerk über Proof of Work absichern.

Wo werden meine Bitcoin gespeichert?

Die Bitcoin selbst befinden sich nicht in der Wallet wie Geld auf einem Bankkonto. Eine Wallet verwaltet die kryptografischen Schlüssel, mit denen über die Bitcoin verfügt werden kann.

Was passiert, wenn ich meine Seed Phrase verliere?

Bei selbst verwalteten Wallets kann der Verlust der Wiederherstellungsdaten dazu führen, dass der Zugriff auf die Bitcoin dauerhaft verloren geht.

Ist Bitcoin in Deutschland legal?

Der Besitz und Handel mit Bitcoin sind grundsätzlich nicht verboten. Für Anbieter und Kryptodienstleistungen gelten entsprechende regulatorische Vorgaben.

Kann Bitcoin komplett anonym genutzt werden?

Nein. Die Blockchain ist öffentlich einsehbar. Bitcoin wird deshalb eher als pseudonym als vollständig anonym bezeichnet.

Kann Bitcoin seinen Wert verlieren?

Ja. Der Bitcoin-Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt und kann erheblich schwanken. Ein deutlicher oder auch vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.

Wie wird Bitcoin in Deutschland versteuert?

Bei Bitcoin im Privatvermögen können insbesondere die Regeln für private Veräußerungsgeschäfte relevant sein. Die konkrete steuerliche Behandlung hängt von der jeweiligen Transaktion und den persönlichen Umständen ab.

Fazit

Bitcoin verbindet einen digitalen Vermögenswert mit einem dezentralen Netzwerk, einer öffentlich nachvollziehbaren Blockchain und einem festgelegten Ausgabesystem. Die begrenzte Gesamtmenge und die technische Architektur unterscheiden Bitcoin von klassischen Währungen und von Unternehmensbeteiligungen wie Aktien. Gleichzeitig stehen den besonderen Eigenschaften auch erhebliche Kurs-, Verwahrungs-, Technik- und Regulierungsrisiken gegenüber.